15 Jahre – 15 Menschen: Im Jahr 2025 feiert das Kinderpalliativzentrum Datteln 15-jähriges Jubiläum. In diesem Rahmen erscheint die erste Ausgabe unseres neuen Magazin “BLICKWECHSEL”, in dem 15 Menschen unsere Geschichte erzählen. Alle Menschen in dieser Interviewreihe stehen stellvertretend für das gesamte Team des Kinderpalliativzentrums.
Bei Wind und Wetter, Sonne, Regen, Schnee oder Graupel – Markus und sein kleines Team sind rund um’s Jahr im Garten fleißig. Hier finden Familien Ruhe im Grünen, spielen die Geschwister im Sand, wiegen Eltern ihr krankes Kind auf der Nestschaukel. Besonders schön: Auch Therapiestunden finden gern mal draußen statt.
Hast du einen Lieblingsbaum? Den Amberbaum mit seiner pyramidenartigen Wuchsform mag ich sehr. Er hat eine wunderschöne Färbung im Herbst, wenn seine Blätter in allen möglichen bunten Farben leuchten. Auch auf dem Klinikgelände haben wir einige davon.
Wie findest Du Maulwürfe? Na ja, aus offizieller Sicht finde ich sie schon gut, Maulwürfe sind ja nützlich. Aber im Rasen finde ich sie nicht so prickelnd. Es bleibt leider nie bei einem einzigen Hügel.
Welche Momente magst Du am meisten bei Deiner Arbeit? Ich fange früh an und mag die Morgenruhe, wenn man merkt, wie der Tag langsam erwacht. Wenn die Vögel zwitschern, Eichhörnchen herumlaufen, und manchmal haben wir sogar Fasane.
Über was ärgert Dich? Schlimm finde ich, dass Besucher immer wieder Zigarettenkippen auf dem Klinikgelände achtlos liegen lassen. Das geht grundsätzlich gar nicht, und an einer Kinderklinik noch weniger.
Gibt es Unkraut? Nein, natürlich nicht, aus gärtnerischer Sicht gibt es ja eigentlich nur Wildkräuter. Aber leider wuchern die gern mal übers Ziel hinaus.
Was kann man von Pflanzen lernen? Da habe ich eine Weile drüber nachgedacht. Ich würde sagen: ihre Überlebensstrategie. Ich bin immer wieder erstaunt, was gedeiht an einem Ort, wo doch eigentlich gar nichts wachsen kann. Und dann tut es das doch und in einer Fuge entsteht zum Beispiel ein leuchtender Löwenzahn.
Sind Hände das beste Gartenwerkzeug? Ich würde sagen, ja. Ohne Hände geht nichts! Das merkt man erst so richtig, wenn diese mal nicht oder nicht mehr so gut funktionieren wie gewohnt, zum Beispiel nach einer Verletzung.
Welche Jahreszeit ist am Kinderpalliativzentrum die schönste? Vom Typ her bin ich eher ein Sommermensch. Aber als Gärtner würde ich sagen: der Frühling, wenn nach dem tristen Winter alles sprießt.
Wie erlebst du das Kinderpalliativzentrum und deine Rolle als Gärtner? Die Realität holt einen hier schon sehr ein. Sich mit Krankheit und Tod auseinanderzusetzen ist schwer. Ich versuche aber, nicht zu großen emotionalen Bezug zuzulassen. Denn meine Rolle ist eine andere.
Was mir gefällt: Der Garten am Kinderpalliativzentrum ist ein Rückzugsort, der Ruhe ausstrahlt. Hier halten sich keine stationsfremden Menschen auf. Ich mag die vielen Nischen, die er hat. Es geht um das Gesamtpaket und nicht um die besondere, ausgezeichnete Rose, die man hier bewundern kann. Die Familien sollen mit dem Garten einen lebendigen Raum zum Wohlfühlen erleben.
Unser Jubiläums-Magazin “BLICKWECHSEL”