15 Jahre – 15 Menschen: Sara Magnus, Pflegerische Leitung SAPV-Team, im Interview

15 Jahre – 15 Menschen: Im Jahr 2025 feiert das Kinderpalliativzentrum Datteln 15-jähriges Jubiläum. In diesem Rahmen erscheint die erste Ausgabe unseres neuen Magazin “BLICKWECHSEL”, in dem 15 Menschen unsere Geschichte erzählen. Alle Menschen in dieser Interviewreihe stehen stellvertretend für unser Team. 

Sara Magnus ist von Anbeginn dabei und leitet unser SAPV-Team seit einem Jahrzehnt. Im Auto auf dem Weg zu den Familien hört sie gerne laute Musik und hat immer einen Proteinriegel für den Stau dabei. Insgesamt betreut das derzeit 15-köpfige SAPV-Team über
100 Patient:innen pro Jahr und versorgt schwerstkranke Kinder
und ihre Familien in ihrem jeweiligen Zuhause.

Was ist eigentlich Pflege zuhause? Es ist mehr als nur Pflege. Zu Hause sind wir mittendrin im echten Alltag der Familie. Weil wir spezialisiert sind, können wir spezialisierte (Pflege-) Angebote machen. Zum Beispiel, was hilft noch außer Medikamentengabe bei Unruhe oder auch Schmerzen. Pflege kann auch emotionale Unter-stützung sein – sowohl für Eltern als auch Geschwister.

Was machst Du, wenn Du zu Kindern nach Hause fährst? Wenn Eltern hilflos zu Hause sind mit einem schwerstkranken Kind, sind wir erstmal da und kommen auch wieder. Wir geben Sicherheit durch Miteinschätzung der Situation. Wir überlegen gemeinsam, was verbessert werden kann. Wir lindern oder minimieren Leid durch unterschiedliche Maßnahmen oder halten dies gemeinsam aus.

Wie oft wurdest Du schon während der Arbeit geblitzt? Und wer zahlt die Tickets? Lacht… zum Glück nicht so oft, aber zweimal bestimmt schon. Meist sind wir zu zweit unterwegs und dann teilen wir kollegial die Kosten.

Wenn die Kinderpalliativstation der Hafen ist, was ist dann das Zuhause für die Kinder und ihre Familien? Vielleicht das Festland. Wohin es zurückgeht, wenn alle „Aufgaben“ im Hafen erledigt wurden. Der Hafen gibt Sicherheit, aber auf dem Festland ist man einfach zu Hause.

Was ist die größte Ungerechtigkeit für die betroffenen Familien? Dass nicht alle von der Kinderpalliativstation oder der Versorgung zu Hause (SAPV) wissen und es noch immer zu oft ein Tabu ist. Leider auch immer wieder das Gesundheitssystem, wodurch betrofene Kinder nicht die Hilfe, Hilfsmittel und Unterstützung bekommen, die ihnen zustehen.

Wenn Du nicht Kinderkrankenschwester wärest, was wärest Du dann? Anwältin. Dann würde ich an anderer Front die Familien unterstützen.

Mit welchen Vorurteilen in Bezug auf Deinen Beruf wirst Du immer wieder konfrontiert? „Diese Arbeit könnte ich nie machen!“, das höre ich tatsächlich super oft. Meine Antwort darauf: Ich arbeite in einem ganz tollen, multiprofessionellen Team und den Familien und Kindern gemeinsam diese Versorgung anbieten zu können, ist besonders und wertvoll. (Foto: Lotte Ostermann)

Unser Jubiläums-Magazin “BLICKWECHSEL”

56 Seiten voller Einblicke in das Kinderpalliativzentrum

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