15 Jahre – 15 Menschen: Im Jahr 2025 feiert das Kinderpalliativzentrum Datteln 15-jähriges Jubiläum. In diesem Rahmen erscheint die erste Ausgabe unseres neuen Magazin “BLICKWECHSEL”, in dem 15 Menschen unsere Geschichte erzählen. Alle Menschen in dieser Interviewreihe stehen stellvertretend für das beste Team der Welt: unseres!
Verona hilft Familien in Not- und Grenzsituationen tröstende Quellen zu entdecken. Neben Gesprächsmöglichkeiten bietet sie stärkende Gebete und Rituale an. Außerdem gestaltet sie für Mitarbeitende regelmäßig spirituelle Angebote und ist in der Ethikberatung tätig.

Als Gott die Blumen erschaffen hat, bei welcher hatte er den meisten Spaß? Ich finde, die Stiefmütterchen zeugen von einem gewissen Humor. Diese fröhlichen „Gesichter“ auf den Blütenblättern lassen mich immer wieder schmunzeln, wenn ich sie betrachte. Ja, und bei der Namensgebung hatte sicher auch jemand Humor.
Welche Farbe hat der Gott, an den Du glaubst? Gott ist bunt, wie die Welt auch bunt ist. In der Bibel steht, dass der Mensch ein Abbild Gottes ist. Auch wir tragen viele Farbfacetten in uns – wieviel mehr also Gott. Ich glaube, dass es in Gott noch unentdeckte Farben und Eigenschaften gibt.
Ist Gott eine Frau? Ich glaube, dass Gott weder Mann noch Frau ist und auch nicht queer oder sonst etwas. Für Gott passen diese Begriffe nicht. Ich glaube aber durchaus, dass Gott z. B. viele mütterliche wie väterliche Eigenschaften hat. Es ist wichtig, dass wir Gott nicht einseitig festlegen. Ursache mancher Glaubenszweifel ist, dass unser Gottesbild zu eng war. Diese Zweifel sollen uns dann helfen, unser Gottesbild zu erweitern. Eigentlich sollen wir uns ja gar kein Bild von Gott machen, so heißt es in den 10 Geboten. Aber unser Denken und unsere Sprache finden zu einem großen Teil in Bildern statt, so dass das Gebot als Korrektiv gedacht ist, nicht zu vergessen, dass Gott immer viel größer ist als unser Vorstellungsvermögen und unsere Wünsche.
Wie redest Du mit Familien, die nicht an Gott glauben? Wenn ich auf Menschen zugehe, dann komme ich als Mensch, der für andere da sein möchte. Die Religion meines Gegenübers ist da nicht entscheidend. Meine Gesprächsführung ist jedoch geprägt von meiner christlichen Überzeugung, insofern ich versuche, Menschen an meiner Hoffnung teilhaben zu lassen. Das geht auch ohne ausdrücklich christliches Vokabular. Dennoch stelle ich mich den Eltern bewusst in meiner Rolle als Seelsorgerin vor, weil manchen Menschen dadurch erleichtert wird, religiöse (Sinn-)Fragen zu formulieren oder gar um ein Gebet zu bitten.
Ist Trost zu spenden immer dein Ziel? Es wäre frustrierend, wenn das mein Ziel wäre. Ich mag den Ausdruck Trost „spenden“ nicht, da er suggeriert, dass ein Mensch einem anderen etwas zukommen lässt. Wenn man im Kontext von leidvollen Situationen arbeitet, dann weiß man, dass das so nicht funktioniert. Ich versuche vielmehr die Situation und die Atmosphäre so zu gestalten, dass die betroffene Person Trost „finden“ kann. Manchmal geschieht das in ganz kleinen Schritten und oft weiß man nicht genau, wodurch es bewirkt wurde. Wichtig ist nur, dass es geschieht und das macht mich dann auch ein bisschen glücklicher. (Foto: Lotte Ostermann)
Unser Jubiläums-Magazin “BLICKWECHSEL”