Zum Schutz der Kinder! Geben Sie den  „Teufelchen“ keine Chance

 Mit freundlich sonnengelber Schrift heißt die Kinderpalliativstation Lichtblicke Sie willkommen. Doch, was ist das? Gleich hinter der Eingangstür hängt ein kleiner Kasten mit dunklem Loch. Unten rechts in der Ecke grinst ein kleines „Teufelchen“… 

 

„Händedesinfektion – zum Schutz der Kinder“: Nehmen Sie bitte Ringe, Uhren und Armbänder ab und desinfizieren Sie sich beide Hände nacheinander in diesem Händedesinfektionsspender.

 

Das „Teufelchen“ stellt einen multiresistenten Erreger (MRE), ein Bakterium, dar. Einige Bakterien haben in den letzten Jahrzehnten gelernt, sich gegen viele Antibiotika unempfindlich (resistent) zu machen, also „multi“ (gegen viele Antibiotika) resistent.

Unter anderem konnten Bakterien das durch den unkritischen Einsatz im Gesundheitswesen und den vorsätzlichen Missbrauch von Antibiotika in der Tierhaltung „erlernen“. Wenn Bakterien immer wieder demselben Antibiotikum ausgesetzt sind, verändern sie sich und entwickeln Strategien, durch diese Antibiotika nicht mehr abgetötet zu werden. Infektionen mit diesen „Teufelchen“ können sehr kranken Menschen, aber auch zu früh Geborenen und alten Personen gefährlich werden.

Palliativversorgung bedeutet vor allem Nähe zum Patienten. Multiresistente Erreger (sogenannte „Krankenhauskeime“) werden aber durch unmittelbare Kontakte mit den Händen, seltener über verunreinigte Alltagsgegenstände, übertragen. Um das Risiko einer Übertragung oder gar einer Infektion mit Multiresistenten Erregern so gering wie möglich zu halten, werden alle Patienten der Kinderpalliativstation auf Multiresistente Erreger untersucht. Zur Sicherheit aller gelten verbindliche Hygieneregeln für das Team, die Eltern und Besucher, und natürlich auch die Patienten der Kinderpalliativstation.

Durch diese Hygieneregeln haben wir es geschafft, die Häufigkeit der Übertragung dieser Krankenhauskeime auf unserer Palliativstation auf NULL zu senken! Danke an alle, die daran mitgewirkt haben. Für unser besonderes Hygienekonzept zur Verhinderung der Übertragung von Krankenhauskeimen (Multiresistenten Erregern) wurden wir mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit ausgezeichnet – wenn sich alle anstrengen, sind die Schwächsten sicher (das gilt auch für Corona)! Darum gilt: Zum Schutz der Kinder – geben Sie den „Teufelchen“ keine Chance

Multiresistente Erreger:  Händedesinfektion / Einhaltung der Hygieneregeln

Coronavirus (CoV 2): Abstand – Hygiene – Alltagsmaske (AHA)

Haben Sie Anregungen oder Fragen? Bitte wenden Sie sich gern an das Team der Kinderpalliativstation.

Marmeladenglasmomente  – ein ganz besonderes Hörbuchprojekt

Marmeladenglasmomente SisBroJekt Kinderpalliativzentrum

Was ist denn das, fragen wir uns? Die Marmeladenglasmomente vereinen sich in einem schönen Projekt unseres Geschwisterprojekts SisBroJekt, das in der Coronazeit entstanden ist.

Neu entdecken…. das ist das Stichwort, das unseren Blick von den spürbaren Einschränkungen in der Corona-Krise zu den Möglichkeiten lenkt. Was bedeutet es für uns, dass wir auf einmal die Vögel singen hören und den blauen Himmel besser betrachten können? Was erschließt sich für unser Selbstverständnis als Menschen aus dem Umstand, dass wir plötzlich viel mehr Zeit zu Hause verbringen? Und ist es nicht ein wunderbares Phänomen, dass die körperliche Distanz, zu der wir gezwungen sind, gerade nicht zu einer sozialen Distanz werden muss, sondern zu unglaublich schönen und phantasievollen neuen Formen der gegenseitigen Wahrnehmung führen kann?

So begegnen sich die gesunden Geschwisterkinder in diesen Monaten im SisBroJekt, wo viele Aktivitäten nicht wie geplant stattfinden können. 12 Kids haben nun ein wundervolles Hörbuch zusammengestellt. Zwei Monate lang sammelten sie Beiträge, lasen ihre Lieblingsbücher vor, machten Musik auf ihrem Instrument (toll, gleich vier J Trompete, Cello, Schlagzeug und Piano), lasen kleine Gedichte vor und sammelten  Rätsel. Und pünktlich zur Sommerpause ist das Hörbuch für alle dann endlich fertig geworden. Unsere Musik- und Kunsttherapeutin wirkten bei der Produktion ebenso mit. Entstanden ist so ein echtes kleines Kunstwerk, an dessen Entwicklung alle richtig viel Freude hatten.

In jeder Krise stecken auch Chancen und wir entdecken unser Potential, das zeigen uns auch die „Marmeladenglasmomente“ !

Herzlichen Dank, liebe Krombacher Brauerei!

Spendenübergabe Kinderpalliativzentrum Krombacher @copyright Dattelner Morgenpost

Seit dem Jahr 2003 gibt es diese gute alte Tradition im Hause  Krombacher schon: das Unternehmen setzt sich für eine soziale Einrichtung ein, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Im Rahmen ihrer jährlichen Spendenaktion durfte nun der Freundeskreis eine Spende in Höhe von 2.500,00 Euro entgegennehmen.

 Matthias Jansen, Gebietsverkaufsleiter beim im Sauerland ansässigen Unternehmen, nahm sich Zeit für einen Besuch in Datteln und brachte einen symbolischen Spendenscheck mit. Bei einem Gespräch im Garten erfuhr er von Sigrid Thiemann vom Freundeskreis mehr über die Angebote und die Arbeit am Kinderpalliativzentrum. Eine Führung über die Station ist derzeit coronabedingt leider nicht möglich. Über die Unterstützung von Krombacher freuen wir uns sehr, gerade in dieser herausfordernden Zeit, die so viele Ungewissheiten birgt.

Danke, lieber Herr Jansen, für Ihren netten Besuch bei uns – und von Herzen DANKE an die Krombacher Brauerei und ihre Mitarbeiter!

Foto @copyright Dattelner Morgenpost: Matthias Jansen (Krombacher Brauerei) und Sigrid Thiemann (Freundeskreis)

Alles Gute, liebe Frau Weinbrenner von der „Horizont“-Kinderkrebshilfe Weseke!

Wer 18 Jahre lang mit so großem Engagement im ehrenamtlichen Einsatz ist, der verdient eine besondere Anerkennung! Die „ Horizont“ Kinderkrebshilfe Weseke  verabschiedete nun ihre langjährige Vorstandsvorsitzende Silke Weinbrenner.

Die Kinderkrebshilfe Weseke steht dem Kinderpalliativzentrum seit vielen Jahren als verlässlicher Unterstützer zur Seite. Sie ist uns in dieser Zeit immer wieder eine immense Stütze gewesen. Maßgeblich fördert der Verein auch unser Geschwisterprojekt SisBrojekt. Ohne die Initiative aus Weseke, bei der so viele Tatkräftige auf ehrenamtlicher Basis mitwirken, wären viele schöne, mutmachende Aktivitäten der gesunden Geschwisterkinder schlicht nicht möglich.

Liebe Frau Weinbrenner, wir danken Ihnen an dieser Stelle von Herzen für Ihren besonderen Einsatz und wünschen Ihnen alles Gute! Gleichzeitig gratulieren wir Ihnen, lieber Herr Mudrack, der Sie nun den Verein als 1. Vorstandvorsitzender mit all Ihrer Erfahrung  führen. Wir hier in Datteln sind froh und von Herzen dankbar, dass es Sie alle, „die Weseker“, gibt!

BU: Herzlicher Dank und Staffelübergabe: Bernard Mudrack, fortan 1. Vorsitzender der Kinderkrebshilfe Weseke, dankt Silke Weinbrenner für ihr langjähriges Engagement.

Lichtklänge bis auf Weiteres „im Netz“

Lichtklänge Kinderpalliativzentrum

Die Coronazeit lehrt uns, dass vielerorts Planungen über Bord geworfen werden und alternative Wege gesucht werden. So muss auch unsere „Lichtklänge“-Veranstaltungsreihe nach wie vor pausieren.

Ob im Laufe des Jahres geplante Veranstaltungen stattfinden können,  erfahren Sie hier bei uns auf der Website stets aktuell. Ein wenig Kultur bringen wir Ihnen heute dennoch ins Haus! Wenn Sie mögen, schauen Sie einmal bei den Youtube-Kanälen einiger Künstler vorbei, die unsere „Lichtklänge“ im ersten Halbjahr gestaltet hätten, wenn uns allen das Coronavirus nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte:

Wolfgang Tänzer von der Buchhandlung Bücherwurm Datteln gibt lohnenswerte Lesetipps.

Und passend zur Jahreszeit geht es beim a-capella Chor Ruhrchor aus Mülheim/Ruhr sommerlich-fröhlich zu.

Wie lange auch immer uns diese besondere Zeit begleiten mag : Wir wünschen uns und planen, dass sich unsere „Lichtklänge“-Veranstaltungsreihe künftig fest etabliert. Denn Musik, Begegnung und Austausch schaffen wertvolle Momente. Mit kleineren Veranstaltungen im Haus und im Garten am Kinderpalliativzentrum möchten wir für die Familien ein kulturelles Angebot schaffen und unser Haus nach innen und außen für jedermann öffnen. Wir gedulden uns also erst einmal weiter und freuen uns schon jetzt auf Sie und auf all das, was an kulturellen Lichtblicken und  –klängen kommen wird!

Das SisBroJekt trotzt der Coronakrise im Autokino

Was tun, wenn gerade so vieles gar nicht geht? Einfach neu planen und trotzdem Spaß haben!

Es stimmt, ein bisschen traurig ist es schon, dass am vergangenen Wochenende eigentlich das gemeinsame Geschwisterwochenende auf dem Bauernhof stattfinden sollte. In diesem Jahr muss es wie so vieles leider ausfallen. Aber dafür überlegte sich das SisBroJekt-Team ein anderes, cooles Event für die Kids! An zwei Tagen, freitags und samstags, schauten sich die Geschwisterkinder, teils mit ihrer ganzen Familie, jeweils einen Film im Autokino in Dorsten an. Unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen und wunderbar ausgestattet mit ihrer gut gefüllten Kino-Lunch Box, die das Team mitbrachte, hatten die Kinder und Jugendlichen alle richtig viel Spaß bei ihrem Ausflug. Und wenn auch auf Abstand  –  das  Wiedersehen tat gut!

 

Münsteraner IT-Unternehmen GWS hilft gleich zweifach

Doppelt Grund zur Freude hatte diese Woche Nicole Sasse vom Freundeskreis. Christa Merten und Liane Heimann von der GWS überreichten ihr einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 1.000,00 Euro. Die Spende tätigte die GWS anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Kinderpalliativzentrums, das digital gefeiert wurde.

Und nicht nur den Spendenscheck hatte die GWS im Gepäck. Die beiden brachten den Familien kleine Leckereien mit und für das Freundeskreis-Team gleich vier praktische Headsets. Darüber freute sich Nicole Sasse sehr, denn derzeit trifft sich das Freundeskreis-Team oft per Videokonferenz im Homeoffice. Dies geht nun künftig viel besser dank der neuen Headsets, die die GWS ebenso spendete.

Eine Führung über die Station Lichtblicke ist coronabedingt derzeit leider nicht möglich. Im Garten des Kinderpalliativzentrums stellte Nicole Sasse vom Freundeskreis den Mitarbeiterinnen unsere Einrichtung  vor und dankte der GWS Münster für die wertvolle Hilfe in besonders herausfordernden Zeiten. Und auch Christa Merten und Liane Heimann fuhren nicht mit leeren Händen heim. Ein Stück unseres eigenen Wimmelstoffes, der das Kinderpalliativzentrum mit all seinen vielfältigen Facetten zeigt, ging mit auf die Reise zurück nach Münster und ziert vielleicht künftig dort die Räumlichkeiten der GWS.

Wir schicken einen herzlichen Gruß und Dank nach Münster!

Auf dem Foto v. l.: Christa Merten (GWS Münster), Nicole Sasse (Freundeskreis), Liane Heimann (GWS Münster)

Weiterbildung in Coronazeiten – was bleibt und was sich ändert

Die Corona-Pandemie ist eine große Herausforderung für uns alle. Auf die kommenden Dattelner Kinderschmerztage (DKST) und auf unsere Fortbildungsangebote hat sie enormen Einfluss.

Mit Vorfreude auf die DKST 2021 liefen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Jedoch haben wir uns nun schweren Herzens entschlossen, die DKST auf 2022 zu verschieben. Die Corona-Pandemie gibt uns nicht die notwendige Planungssicherheit für die Ausrichtung eines so großen Kongresses mit über 1000 Teilnehmern.

Diese besondere Ausnahmesituation fördert aber auch außergewöhnliche kreative Ideen. So haben wir im Mai die zweite Kurswoche der Palliativweiterbildung online veranstaltet. Die Teilnehmer, die Referenten und unser Fortbildungsteam waren positiv überrascht, wie gut wir trotz großer Entfernung (die Teilnehmer kamen aus dem Bundesgebiet, Norwegen und der Türkei) gemeinsam lernen, konstruktive Diskussionen führen und eine Nähe schaffen konnten. Die Zeit von Corona durchkreuzt zwar viele unserer Pläne und macht einiges schwerer, dennoch ermöglicht sie auch etwas Neues.

Weiterhin sind wir bemüht, alle Fortbildungen unter Einhaltung der jeweils aktuellen Vorgaben und Bedingungen anzubieten. Die Fortbildungskonzepte werden so überarbeitet, dass sie den aktuellen Hygienebestimmungen entsprechen. Nur die Fortbildung Basale Stimulation und der Workshop Pflegetherapeutische Interventionen bei Dysphagie sind in diesem Jahr abgesagt, weil sie inhaltlich und didaktisch nicht unter den geltenden Hygienebestimmungen durchführbar sind.

Wir werden Sie auf dem Laufenden halten. Trotz der besonderen Umstände freuen wir uns weiterhin auf spannende Begegnungen mit Ihnen!

Neues Update – wie ist die Situation auf der Station Lichtblicke?

Heute nehmen wir Sie wieder mit auf die Station Lichtblicke, um vom Stationsleben in diesen besonderen Zeiten zu berichten. Die Pflegenden und die Ärzte sind derzeit voll ausgelastet, alle Zimmer auf Lichtblicke sind belegt.

Drei Pflegende sind derzeit im Nachtdienst, das heißt: unser Team versorgt viele schwerkranke Kinder und bewältigt ethisch herausfordernde Situationen. Acht Kinder und Jugendliche, das jüngste ist vier Monate alt, der Älteste ist 17 Jahre, werden momentan rund um die Uhr bei uns palliativ versorgt. Fünf der Patienten haben einen zentralen Katheter, drei sind kontinuierlich oder nachts auf eine künstliche Beatmung angewiesen. Vier Patienten erhalten dauerhaft starke Opioide. Die Kinder leiden unter Blutungen, Schmerzen und Atemnot durch Lungenentzündungen, die teilweise durch schwer zu behandelnde antibiotikaresistente Bakterien ausgelöst wurden. Das ist auch ohne Corona eine große Herausforderung für das Lichtblicke-Team.

Aber, dafür sind wir da, dafür haben wir „Lichtblicke“ aufgebaut und dafür gehen wir jeden Tag erfüllt zur Arbeit; um für Menschen da zu sein, wenn sie Nähe und palliative Kompetenz am nötigsten brauchen, dann, wenn es ihnen nicht gut geht. Wir sind da!

Lions Club Stever-Lippe: Lady-Lions helfen tatkräftig

Anfang Februar veranstaltete der Lady Lions Club eine musikalische Lesung im Bürgersaal im Alten Rathaus in Werne. Der Erlös aus der gutbesuchten Veranstaltung in stilvoller Atmosphäre war für das Kinderpalliativzentrum in Datteln bestimmt.

 Der Einladung nach Werne folgte der Freundeskreis gerne und so stellte Sigrid Thiemann aus dem Freundeskreis-Team an dem Abend den Gästen auch kurz die Arbeit des Kinderpalliativzentrums vor. Der Gegeneinladung nach Datteln folgten nun einige Damen des Clubs und brachten bei ihrem Besuch einen symbolischen Spendenscheck über 1.000,00 Euro mit. Über diese schöne Hilfe  freuen wir uns sehr. Wir danken allen Beteiligten, die diesen Lichtblick mit ihrem Engagement möglich gemacht haben!

Auf dem Foto v. l.:  Sigrid Thiemann (Freundeskreis), Martina Schmidt von Boeselager, Birgit Brauch und Claudia Wulf (alle Lions Club Stever-Lippe Lady-Lions)