Kunsttherapie

Ein eigenes Bild gestalten oder mit Materialien wie Gips oder Ton in Berührung kommen: anhand der entstandenen Werke lässt sich ermessen, wie gut sich die Kinder- trotz und mit Ihrer gesundheitlichen Einschränkung-  ausdrücken können. So finden sie Zugang zu sich selbst und können Kontakt zu ihrem Umfeld aufnehmen

Selbstausdruck fördern

Kranke Kinder, die sich überwiegend als „behandelt“ und „erleidend“ empfinden, können in der Kunsttherapie die Rolle des Aktiven übernehmen. Durch eigenständige Wahl der Farben, Materialien und Gestaltungsarten bestimmen sie ihren Weg. Dabei werden ganz verschiedene Reaktionen ausgelöst: Freude und Anstrengung, die Fähigkeit zur Konzentration, Ablenkung von Schmerz und Leid und oftmals ein unverhofftes Erfolgserlebnis. Das Kind entdeckt und erfährt, dass es trotz seiner Krankheit etwas Bleibendes und Eigenes geschaffen hat, über das es selbst und andere staunen können. Weiterhin können sich die Kinder mit ihrer Situation und Krankheit in anderer Form auseinandersetzen und somit die Krankheitsbewältigung unterstützt und neue Perspektiven entwickelt werden.

Perspektiven schaffen

Eltern, die sich in der Kunsttherapie fallen lassen können, vergessen dabei oft Zeit und Raum. In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk reflektieren sie gemeinsam mit der Kunsttherapeutin ihre Gefühle. Auch sie können so zu neuen Erkenntnissen und Perspektiven gelangen. Dies verschafft ihnen Entscheidungsspielräume, wirkt befreiend, stärkt das Selbstvertrauen und kann den Prozess der Krankheitsbewältigung unterstützen. Viele Eltern fühlen sich beim Malen und Gestalten auch in einer guten Weise abgelenkt und beschäftigt. Auch die Geschwisterkinder können über kunsttherapeutische Angebote Gefühle ausdrücken und sich mit ihrer Situation auseinandersetzen. Über Hand- und Fußabdrücke des Patienten auf der Leinwand oder mit 3D-Gipsabdrücken können wertvolle Erinnerungen für die Familienmitglieder geschaffen werden.