Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen

Zusatz-Weiterbildung PB 2019

Der Kompaktkurs 2019 umfasst vier Seminarwochen mit je 40 Unterrichtseinheiten in einer geschlossenen Gruppe. Die Inhalte werden – entsprechend den Prinzipien der Erwachsenenbildung und der Palliativversorgung – interaktiv von Teilnehmern und Referenten bearbeitet.

Für die Erstellung einer Hausarbeit zu einem praxisbezogenen Thema (vorzugsweise reflektierte Falldarstellung oder wahlweise Entwicklung innovativer Konzepte für die Praxis) sind 40 Unterrichtsstunden angesetzt. Der Gesamtstundenanteil beträgt somit 200 Unterrichtsstunden. Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Voraussetzung dafür ist die Präsentation eines Fallbeispiels, die Anfertigung einer Hausarbeit und die regelmäßige Teilnahme in den einzelnen Blockwochen (max. 10% Fehlzeit).

Übersicht der Gesamtinhalte

Palliativversorgung bei Kindern

  • Historische Entwicklung
  • Spezifische kindliche Ausdrucksformen
  • Die Familie als primäres Bezugsfeld
  • Einfluss chronischer Erkrankungen auf das Kind

Das Kind in seiner Entwicklung

  • Entwicklung von Wahrnehmung, Denken, Kommunikation
  • Spezifische kindliche Ausdrucksformen
  • Die Familie als primäres Bezugsfeld
  • Einfluss chronischer Erkrankungen auf das Kind

Kinder/Jugendliche in kulturellen und sozialen Bezügen

  • Das System Familie
  • Sekundäre Bezugsfelder
  • Interkulturelle Kompetenz in der Palliativversorgung

Psychosoziale und spirituelle Aspekte in der Palliativversorgung

  • Die Situation der Familie
  • Familienorientierung / Empowerment
  • Grundlagen der Gesprächsführung
  • Probleme in Gesprächen
  • Die Begleitung des Kindes und der Familie
  • Spirituelle Begleitung und Seelsorge
  • Formen der Trauer
  • Kulturelle Aspekte der Trauer

Physische Aspekte der Erkrankung, Behandlung und Pflege

  • Interdisziplinäre Therapie
  • Psychologische Schmerztherapie
  • Palliativversorgung in pädiatrischen Disziplinen
  • Katheter und Sonden u.a.
  • Ernährung und Flüssigkeitssubstitution in der Lebensendphase
  • Schmerztherapie
  • Symptombehandlung jenseits von Schmerzen
  • Komplementäre und nicht-medikamentöse Behandlungs- und
    Pflegemethoden

Das multiprofessionelle Team

  • Rollenverständnis, Rollenanforderung, Rollenkonflikte
  • Organisations- und Kommunikationsstrukturen
  • Institutionsübergreifende Teamarbeit
  • Teamunterstützende Maßnahmen
  • Ehrenamtliche als Mitglieder des Teams

Der professionelle Helfer in Palliativversorgung

  • Reflexion des professionellen Selbstverständnisses
  • Psychohygiene
  • Ethische Grundlagen in der Palliativversorgung
  • Medizinethische Grundlagen
  • Ethische Einstellung und Haltung des professionellen Begleiters
  • Ethische Grundlagen für Entscheidungen am Ende des Lebens

Rechtliche Aspekte

  • Grundrecht
  • Strafrechtliche und sozialrechtliche Aspekte

Gesundheits- und berufspolitische Aspekte

  • Bildung von Netzwerken
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Finanzierung, SAPV

Organisatorische Aspekte

  • Dokumentation in der Palliativversorgung

Das Dattelner Curriculum

Entstehung

Das ehemalige NRW-Gesundheitsministerium (seit Juni 2017 Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein Westfalen)  beauftragte das damalige Vodafone-Stiftungsinstitut für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin Datteln, aus dem im Jahr 2010 das Kinderpalliativzentrum und im Jahr 2012 das Deutsche Kinderschmerzzentrum an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln hervorgegangen sind, mit der Erarbeitung des Curriculums. Daraufhin wurde eine bundesweite Arbeitsgruppe gegründet, in der alle an der Kinderpalliativversorgung beteiligten Berufsgruppen und ehrenamtliche Mitarbeiter der Kinderhospizbewegung vertreten waren.

Konzeption & Zielsetzung

Pädiatrische Palliativversorgung in Deutschland wird zum überwiegenden Teil von multiprofessionellen und interdisziplinären Teams geleistet. Durch diesen Ansatz und im Zusammenhang mit der familienorientierten Herangehensweise ist eine bestmögliche Begleitung des Kindes und der Familie erreichbar. Diese Teamarbeit soll sich auch in der Zusatz-Weiterbildung wiederfinden. Die Teilnehmer der bisher durchgeführten Seminare befürworten den multiprofessionellen Ansatz und erleben ihn als große Bereicherung. Das Verständnis für die jeweils speziellen Schwerpunkte und Zielsetzungen der anderen beteiligten Professionen wird durch die gemeinsame Schulung gefördert und führt idealerweise zu einem besseren Miteinander der verschiedenen Berufsgruppen in der gemeinsamen Arbeit.

Eine Orientierung an der alltäglichen Praxis erfolgt durch eine intensive Erarbeitung vieler Themen anhand von Fallbeispielen. Jeder Teilnehmer bringt im Verlauf der Weiterbildung mindestens ein schriftlich ausgearbeitetes Fallbeispiel aus der Praxis in die Seminareinheiten ein. Die Referenten selbst veranschaulichen ihre Beiträge durch Beispiele aus ihrer beruflichen Tätigkeit.

Unsere Referenten sind Mitarbeiter unseres Teams, verstärkt durch erfahrene Experten aus anderen Einrichtungen. Sie vermitteln ihr jeweiliges Thema praxisnah und auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Damit das Curriculum und die darauf basierenden Kurse auch dem tatsächlichen Bildungsbedarf der Teilnehmer gerecht werden, erfolgt eine anschließende Evaluation. Unsere Zusatz-Weiterbildung nimmt damit eine Qualitätssicherung vor, um sowohl das Curriculum selbst als auch die Kurse kontinuierlich auf ihren Nutzen für die Teilnehmer zu überprüfen.

Zertifizierung

Die Zusatz-Weiterbildung Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen für Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende, Kinderärzte und psychosoziale Mitarbeiter erfolgt auf der Grundlage dieses Curriculums. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. hat uns in die Liste der weiterbildungsberechtigten Institutionen aufgenommen. Unsere Weiterbildungskurse sind von der Ärztekammer Westfalen-Lippe als Weiterbildung zum Palliativmediziner für Fachärzte der Kinder- und Jugendmedizin anerkannt und mit 160 Punkten der Kategorie H zertifiziert. Die Pädiatrischen Palliativkurse werden nach dem Dattelner Curriculum gemäß festgelegter Qualitätsstandards durchgeführt. Seit Januar 2013 überprüft die Akkreditierungsstelle an der Universität Witten/Herdecke – Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin – die Erfüllung dieser Standards für jeden einzelnen Kurs. Bei Anerkennung erhalten die Kursteilnehmer ein einheitliches Zertifikat mit dem Label der Akkreditierungsstelle.

* Zertifizierung durch die Ärztekammer Westfalen-Lippe

*Registrierung  für beruflich Pflegende 

Termine

14. – 18.01.2019
08. – 12.04.2019
01. – 05.07.2019
04. – 08.11.2019

Gebühr

500.- € je Kurswoche

Teilnehmer

Ärzte, Pflegende und psycho-soziale Mitarbeiter, die in der pädiatrischen Palliativversorgung tätig sind oder sich darauf vorbereiten möchten

Kursleitung

Prof. Dr. med. Boris Zernikow
und
Senay Kaldirim-Celik
(Dipl.-Pädagogin)

Jetzt spenden
close slider

JA! Ich möchte mit meiner Spende helfen:

 

einmalig
vierteljährlich
halbjährig
monatlich