Zehn Wochen voller Wunder – Schenken Sie wertvolle Zeit!
Vor drei Jahren im Advent kommt Familie Gamow mit ihrem acht Wochen alten Sohn zu uns. Tony musste im Alter von einem Monat plötzlich wiederbelebt werden. Von diesem Ereignis trug er einen schweren Gehirnschaden davon. Der Junge kam gesund zur Welt. Doch er wird nur zehn Wochen alt. Tony verstirbt am Silvesterabend 2022 im Kreise seiner Familie bei uns auf der Station Lichtblicke.
Wie verarbeiten Eltern einen solchen Schicksalsschlag? Tonys Mutter fängt an zu schreiben. Es entsteht das Kinderbuch „Tony, mein Sternenbruder“. Tonys kleine Schwester Lilia beschreibt darin die „zehn Wochen voller Wunder“ ihres großen Bruders. Warmherzige, traurige und hoffnungsvolle Worte voller Liebe lassen uns an Tonys Geschichte teilhaben.
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Lilia erzählt:
Als Tony geboren wurde, war alles heller. Mama hat gesagt, es war wie Sonnenschein im Winter. Papa konnte nicht aufhören zu lachen. Und Tony? Er war klein, ganz weich und wunderschön.
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Tony war noch ganz klein, als etwas passierte. Es war eine Nacht, und Tony war fast vier Wochen alt. Mama wollte Tony aus dem Autositz nehmen. Aber als sie ihn anfasste, war er ganz still. Er regte sich nicht. Papa wusste sofort was zu tun war. Er legte Tony auf seinen Schoß und begann, ihn zu beatmen. Mama fuhr das Auto mit Vollgas zur Notaufnahme.
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Die Ärzte halfen ihm, wieder zu atmen. Und dann wurde sein Zustand stabil. So stabil, dass er in andere Krankenhäuser gebracht werden konnte. Mama und Papa standen jeden Morgen früh auf. Erst gingen sie in die Kapelle. Dort war es still und warm. Sie beteten und zündeten eine Kerze an. Für Tony, für Kraft, für Hoffnung und für alle kranken Kinder. Sie sagten:
,,Wir schaffen das. Zusammen.”
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Im Krankenhaus war alles fremd. So viele Kabel, Maschinen, fremde Stimmen. Wenn Mama Tony streichelte, wurde seine Atmung manchmal ruhiger. Wenn Papa ganz sanft mit dem Finger über Tonys Fußsohlen kitzelte, zuckten seine kleinen Zehen.
,,Er hat uns gespürt”,
sagt Mama. Und Papa nickt dann. Diese kleinen Zeichen waren wie Licht in einer dunklen Zeit. Sie machten Hoffnung. Tony war noch immer im Wachkoma, und es war Zeit für etwas anderes. Etwas, das nicht heilt – aber wärmt.
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Tony kam auf die Station Lichtblicke. Schon beim ersten Schritt hinein wussten wir:
“Hier dürfen wir atmen.”
Jede Schwester dort war besonders. Sie wussten, wie man ihn berührte. Sie kannten seine Lieblingsmusik und summten sie, wenn sie bei ihm waren. Auch Mama und Papa wurden nicht vergessen. Sie wurden aufgefangen – von Ärzten, die ihnen ruhig und ehrlich zur Seite standen. Von der Psychologin, die zuhörte, ohne zu urteilen. Von der Kunsttherapeutin, die Mama Farbe gab, wenn ihre Gedanken zu laut wurden. Alles an diesem Ort war voller Wärme.
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“Hier sollte Tony nicht mehr kämpfen müssen. Er durfte einfach er sein. Geliebt. Gehalten. Geachtet.”
Doch sein Weg auf dieser Welt ging dem Ende zu. Tony hatte wieder aufgehört zu atmen. Nur kurz. Aber lange genug, dass alle wussten: Es ist Zeit. Mama und Papa riefen die Familie an. Alle kamen. Sie waren leise, liebevoll und voller Dankbarkeit, dass sie bei Tony sein durften. Nach dem Besuch wurde es still. Die Schwester nahm ihn behutsam aus dem Bett und legte ihn auf Mamas Brust. Papa legte sich dicht dazu. Wie ein Nest aus Liebe. Ein letztes Mal.
“Tony ist hier gestorben. Aber ich bin immer wieder gerne hier. Wir waren so gut aufgehoben. Die Menschen hier haben uns ermöglicht, unseren Tony so gut begleiten zu können. Sie haben uns die Stärke und Kraft gegeben. Und dafür bin ich dankbar!”
Ann Christin Gamow, Tonys Mutter
(im Bild mit Tochter Lilia und Ehemann und Vater Anton Gamow)
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