Datteln, 20. September 2011. Breakdance und amerikanische Squaredance-Folklore, a capella-Chor und DSDS-Sternchen, dazu Interviews mit der Patin des Kinderpalliativzentrums und RTL-Moderatorin Inka Bause, dem Vorsitzenden der Stiftung Wohlfahrtspflege Karl-Josef Laumann, eine amerikanische Versteigerung u.a. eines handsignierten Schalke 04-Fußballs, Menschenkicker, Seifenkistenrutsche, Schokobrunnen, Clowns, 490 Ballons: Ein Programm, das definitiv für jeden Geschmack etwas geboten hat, das war der 17. September an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln. Dort feierte das erste deutsche Kinderpalliativzentrum sein einjähriges Bestehen. 
Mehrere hundert Gäste haben die Gelegenheit genutzt, das Kinderpalliativzentrum mit seinem außergewöhnlichen und in Deutschland einmaligen Angebot sowie das engagierte Team des Zentrums kennen zu lernen. Und so waren die vielen Feinschmeckerleckereien oder das sehr abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm für viele Besucher eine willkommene Einladung, um über diese Einrichtung mehr zu erfahren, in der unheilbar erkrankten und sterbenden Kinder ein größtmögliches Maß an Lebensqualität geschenkt wird. Diesen interessierten Menschen hat Prof. Boris Zernikow, Leiter des Kinderpalliativzentrums, auf der Bühne in Interviews mit dem Politiker Karl-Josef Laumann, der Moderatorin Inka Bause und dem Caritas-Vorsitzenden Dr. Klaus Winterkamp aufschlussreiche Zusatzinformationen bieten können: Im Programm „Gesundheitsforschungsprogramm 2011“ des Bundes beinhaltet erstaunlicherweise kein einziges Forschungsprogramm für „Kinder“. Dies könnte ein Zeichen sein, so Prof. Zernikow, dass der demografische Wandel die Versorgung bedürftiger Kinder wie im Kinderpalliativzentrum in Datteln in den Hintergrund drängt. Der ehemalige NRW-Gesundheitsminister Laumann hingegen ist der Ansicht, dass schon aufgrund der meist guten Beziehung von alten Menschen zu ihren Enkeln und Kindern dies in der Lebenswirklichkeit tatsächlich anders umgesetzt wird. Die Realität wird eine möglicherweise unzureichende Planung korrigieren. Das bestätigte auch die Moderatorin Inka Bause, die sich für unkomplizierte und direkte Hilfen aussprach, Hilfen, die den wirklichen Bedürfnissen entsprechen und kurzfristig bereitgestellt werden.

Direkte und unkomplizierte Hilfe boten auch zahlreiche Besucher des Festes an. Sei es durch private Spendenaktionen, beispielsweise beim Eintritt in den Ruhestand, oder gezielte Werbung, dem Freundeskreis Kinderpalliativzentrum e.V. beizutreten. „Hier müssen wir doch helfen“, sagte eine Dame und grübelte schon über eine Weihnachtsaktion ihres Handarbeitsclubs. Geholfen haben auch zahlreiche Spender, die das Jahresfest nutzten, um die Kinderpalliativstation Lichtblicke über den Freundeskreis handfest zu unterstützen, z.B. :

Die Geschwisterkinder und die Ehrenamtlichen brachten sich in ganz besonderer Weise in das Fest ein: So erfreute ein durch die Geschwisterkinder betreuter Schokoladenbrunnen alle Gäste, die gleichzeitig über das SisBroJekt informiert werden konnten. Die Ehrenamtlichen zeigten ihr Engagement durch die Unterstützung bei der Kartenbeschriftung für die „Lichtblicke“, die mit den Luftballons am Ende des Festes in den Himmel stiegen. Zusätzlich gaben sie Auskünfte über das Ehrenamt im Kinderpalliativzentrum.
Für die betroffenen Familien und die Sponsoren gab es erstmals die Möglichkeit und den Ort,sich in einer geschützten Atmosphäre auszutauschen. So konnten die Eltern den Sponsoren von ihren Erfahrungen auf der Palliativstation erzählen und die Sponsoren hatten die Gelegenheit Fragen in diesem besonderen Rahmen zu stellen.
Die Cheerleadergruppe „Sly Dogs“ aus Marl leitete mit artistischen Tanzeinlagen die wunderschöne Abschlussaktion des Festes ein. Über 400 bunte Luftballons, versehen mit einem geschriebenen Lichtblick für den Finder, wurden von den Gästen in den Himmel entsandt.

Aber das Besondere an der Feier waren nicht die vielen Events, Prominenten oder Sponsoren, die hochwertigen Versteigerungspreise oder das leckere Essensangebot. Das Besondere waren die vereinzelten Rollstühle, in denen die jungen Patienten des Kinderpalliativzentrums und des Andre- Streitenberger Hauses ganz normal zwischen all den Besuchern und Freunden des Zentrums und ihren vielen kerngesunden Kindern umher fuhren. Für sie war die Jubiläumsfeier gelebte Palliativmedizin, die ihnen trotz ihrer schwierigen Lage für einige Stunden Normalität und ganz viel Lebensqualität geben konnte. Und auch viele Eltern, deren Kinder im Kinderpalliativzentrum verstarben, nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen mit der Lieblingsschwester des Kindes oder den betreuenden Therapeuten. Trauer und Feier, Tränen und Lachen – auf dem Geburtstagsfest des Kinderpalliativzentrums so nah beieinander wie jeden Tag auf der Kinderpalliativstation.
Ausgewählte Fotos des Tages haben wir Ihnen in unserer Bildergalerie bereit gestellt.